Lehren in der DLRG

In § 2 Abs. 2 ist als eine der Kernaufgaben genannt: "Weiterqualifizierung von Rettungsschwimmern für Ausbildung und Einsatz".

In diesen wenigen Worten steckt eine Menge an Selbstverpflichtung: Die Rettungsschwimmer müssen für ihren verantwortungsvollen Einsatz im Wasserrettungsdienst ertüchtigt werden. Eine Vielzahl dieser Wasserretter ("Lifeguards") wird wiederum zum Bootsführer oder Einsatztaucher ausgebildet. Aber auch die Einbindung in den Katastrophenschutz erforderdert je nach Landesrecht umfassende Maßnahmen der Weiterqualifizierung.

Um all diese Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen durchführen zu können, bedarf es natürlich auch eines großen Kaders an Ausbildern und Ausbildungshelfern. Wir bilden deshalb möglichst viele unserer Mitglieder schrittweise zu Ausbildern heran - und dies mit eigenen Kräften. Es geht also um die "Ausbildung der Ausbilder" - oder wie es im englischen Sprachraum heißt: "Train the Trainer". Und dies nicht nur für die "klassischen" Felder des Schwimmens und Rettungsschwimmens, sondern auch über das gesamte Spektrum des Einsatzes hinweg.

Durch die Einbindung in das tägliche Ausbildungsgeschäft und in besonderen Ausbildungshelferlehrgängen erhalten die künftigen Ausbilder zunächst ihre ersten theoretischen und praktischen Erfahrungen. Danach geht es Zug um Zug weiter bis zur "Königsdisziplin": der sogenannte "Lehrschein", also die Ausbilderlizenz der DLRG.

Bis es so weit ist, muss sich der Lehrscheinanwärter eine Menge an Fähigkeiten und Wissen aneignen. Der künftige Ausbilder muss sein Metier, das er vermittelt, selbst hervorragend beherrschen. Mindestens genauso wichtig ist aber auch die Fähigkeit, das für die Ausbildung und Prüfung erforderliche Fachwissen effizient zu vermitteln - also die Fähigkeit des Lehrens. Es geht also darum, unsere interessierten und geeigneten Mitglieder über ihre fachliche Qualifikation hinaus mit dem für das Lehren erforderlichen Rüstzeug auszustatten.

Am Ende der 120 Stunden umfassenden Ausbildung steht nach erfolgreicher Prüfung der Lehrschein. Er berechtigt, im Auftrag der DLRG oder einer ihrer Gliederungen die Ausbildung verantwortlich zu planen und durchzuführen sowie die entsprechenden Prüfungen abzuhalten und bei Erfolg dem Prüfling die erworbene Qualifikation zu bescheinigen.

Während in früheren Zeiten der im Zuge der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung erworbene Lehrschein - ggf. mit einer Zusatzqualifikation - dazu berechtigte, fast das gesamte Ausbildungspektrum im Bereich der Schwimmens und des Einsatzes abzudecken, sind seit Mitte der 90er-Jahre spezielle Ausbilder-Qualifikationen (Lehrscheine) eingeführt. Die Regelwerke, in denen diese Ausbildungsgänge beschrieben werden, sind die jeweiligen Prüfungsordnungen.

Derzeit gibt es Prüfungsordnungen mit darin eingebetteter Lehrscheinausbildung/-prüfung und abschließender Ausbilderqualifikation für folgende Fachbereiche:

  • Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung
  • Taucherausbildung
  • Bootsführerausbildung
  • Ausbildung für den Wasserrettungsdienst
  • Erste-Hilfe-Ausbildung
  • Sanitätsausbildung
  • Sprechfunkausbildung
  • Katastrophenschutzausbildung

In diesen Prüfungsordnungen ist auch geregelt, wer diese "Fachlehrer" der DLRG wiederum ausbildet. Es sind die sogenannten "Multiplikatoren", die man vielleicht treffender als "Lehr-Beauftragte" bezeichnen könnte. Es handelt sich um besonders qualifizierte Ausbilder, die im Auftrag des Präsidiums der DLRG oder der Landesverbände die Ausbildung und Prüfung der künftigen DLRG-Ausbilder durchführen.