In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war das Ertrinken "in Mode". Pro Jahr verloren etwa fünftausend Menschen im Wasser ihr Leben, und nur zwei bis drei Prozent der damaligen Bevölkerung konnten schwimmen. Dennoch: Es bedurfte erst eines spektakulären Ereignisses, um den bereits bestehenden Gedanken zur Gründung einer Lebensrettungsgesellschaft in die Tat umzusetzen.

Am 28. Juli 1912 brach gegen 19 Uhr die Anlegestelle am Brückenkopf der Seebrücke in Binz auf Rügen. Über 100 Menschen stürzten ins Wasser und 17 Personen, darunter sieben Kinder, ertranken.

Ein knappes Jahr später, am 5. Juni 1913, veröffentlichte das amtliche Organ des Deutschen Schwimmverbandes, der "Deutsche Schwimmer", den Aufruf zur Gründung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Hauptziel dieser Vereinigung war die Qualifizierung von Nichtschwimmern zu Schwimmern. Daraus entstand auch der bis heute bekannteste Slogan der DLRG: Jeder Nichtschwimmer ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer.

Die Schwimmausbildung, also der erste Teil dieses Slogans, war und ist weiterhin die wichtigste Komponente bei der Bekämpfung des Ertrinkungstodes. Dies belegen auch eindruckvoll alle Statistiken, die seit der Gründung der DLRG zum Thema Ertrinken geführt wurden.

Heute bietet die DLRG gemeinsam mit den übrigen schwimmausbildenden Verbänden ein buntes Angebot für diejenigen, die das Schwimmen erlernen möchten. Gemeinsame Grundlage ist seit langem die "Deutsche Prüfungsordnung Schwimmen / Rettungsschwimmen", die durch Beschluss der Kultusministerkonferenz bundesweite Verbindlichkeit genießt. Mehrmals den aktuellen Erkenntnissen angepasst, ist diese Prüfungsordnung bis heute das wichtigste Regelwerk der DLRG.

Folgende Schwimmausbildungen bieten die örtlichen Gliederungen die DLRG Nordrhein e.V. an:

1. Zeugnisse für Schwimmanfänger
1.1 Frühschwimmer (Seepferdchen)
1.2 Schwimmzeugnis für Erwachsene

2. Deutscher Jugendschwimmpass
1.2 Deutsches Jugendschwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer)
1.2 Deutsches Jugendschwimmabzeichen Silber (Fahrtenschwimmer)
1.3 Deutsches Jugendschwimmabzeichen Gold

3. Deutscher Schwimmpass
3.1 Deutsches Schwimmabzeichen Bronze (ehemals Freischwimmer)
3.2 Deutsches Schwimmabzeichen Silber (ehemals Fahrtenschwimmer)
3.3 Deutsches Schwimmabzeichen Gold

Die Prüfungsbedingungen finden Sie, wenn den jeweiligen Link anklicken.

Daneben bieten die örtlichen Gliederungen als Sonderprüfung das Deutsche Schnorcheltauchabzeichen an. Es ist z.B. Voraussetzung für einen späteren Einsatz als Rettungsschwimmer und ist damit Bestandteil der Fachausbildung Wasserrettungsdienst. Näheres regelt die Deutsche Prüfungsordnung Schwimmen/Rettungsschwimmen.