Bericht zur Problematik des Doping

Im Kampf gegen Doping ist Aufklärung über Ursachen und schädliche Folgen die Grundlage unseres Handelns auf allen Ebenen.


Wer dopt ist kein Krimineller. Aber Menschen, die andere dopen oder zum Doping verleiten, machen sich strafbar und gefährden die Gesundheit des Sportlers.

Unser aller Aufgabe in der Prävention ist es, durch flächendeckende Aufklärung aller in den Sport mit Einbezogenen (Eltern, Kinder und Jugendliche, Lehrer, Sportfunktionäre, Mediziner, Öffentlichkeit und Gesellschaft) Doping und Medikamentenmissbrauch zu verhindern.

Warum wird gedopt?

In den Vereinen hängen die Fördermaßnahmen - besonders in finanzieller Hinsicht - von den sportlichen Leistungen der Aktiven ab. Dies gilt sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Sportliche Leistungen kann man aber nicht unbegrenzt steigern. Dem Körper sind hier natürliche Grenzen gesetzt, die mit Hilfe von Dopingmaßnahmen "ausgetrixt" werden sollen.

Viele Verbände und Sportler sehen leider Antidopingmaßnahmen als Hindernis auf dem Weg zu ihrem eigentlichen Ziel, sportlichen Erfolg zu haben und besser zu sein als die Konkurrenz. Verlierer stehen nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit, werden nicht bewundert, sind kein Idol, werden nicht finanziell gefördert.

Alle wollen leistungsfähiger sein und ihre Leistung steigern. Schon im Kindesalter werden wir heute durch unsere leistungsorientierte Gesellschaft unter Erfolgsdruck gesetzt. Hier genügen oft schon bestimmte Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Bis zum Beruhigungsmittel vor einer wichtigen Klassenarbeit oder zur konzentrationsstärkenden Pille ist es dann nur noch ein kleiner Schritt. Wir haben hier oft schon den weichen Einstieg in eine Drogenkarriere. Häufig will man auch nur einem Idol nacheifern und schafft es nicht schnell genug mit natürlichen Mitteln. Der Weg zum Erfolg nur durch Training ist beschwerlich. Pille und Spritze sind gefährlich und zerstören den Körper.

Was ist hiergegen zu tun?

Die soeben genannten Ursachen gilt es zu bekämpfen, und hierzu können wir alle etwas beitragen.

Die Prävention beginnt schon am Anfang einer sportlichen Laufbahn mit der richtigen Weichenstellung für ein Leben mit dem Sport und nach dem Sport.

Die Sportkarriere ist immer zeitlich begrenzt.  Es müssen auch noch ein Leben außerhalb des Sportes und der  Kontakt zu anderen Menschen gefördert  werden. Sport darf nicht zum zentralen Lebenszentrum werden. Wir sprechen hier von den sozialen Faktoren in der Prävention. Wichtig ist es, neben der Sportkarriere auch an die Berufsausbildung zu denken. Kein Beruf, kein Geld, keine Freunde - es droht die soziale Isolation.

Prävention bedeutet auch die modernen Medien zu beeinflussen. Auch die Zweiten, Dritten und die Verlierer im Wettkampf sind wertvolle Menschen.

Was können wir Mediziner präventiv leisten?

Die nachfolgenden Aussagen könnte man als die "Acht Gebote" der Drogenprävention bezeichnen:

  • Wir sind nicht Erfüllungsgehilfen des Spitzensportlers oder eines Vereines bzw. Verbandes.
  • Wir wollen Schutzhelfer und Anwalt des Sportlers sein.
  • Wir sollen selbstkritischen Umgang mit Medikamenten pflegen, besonders bei Kindern und Jugendlichen.
  • Wir sollen den eigenen ärztliche Auftrag und die ethischen Grundprinzipien ernst nehmen.
  • Wir sollen nein sagen können zu falschen Wünschen der Sportler und ihrer Verbände.
  • Wir müssen immer wieder sehr offen über Nebenwirkungen und Folgen bis hin zu tödlichem Ausgang aufklären.
  • Wir müssen das Selbstbewusstsein des Einzelnen stärken und die Grenzen seiner körperlichen Leistungsfähigkeiten aufzeigen.
  • Wir sollen das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe stärken; ein „Doper" schädigt das Ansehen aller und zieht harte Konsequenzen für alle nach sich (Ausschluss aus dem Wettkampfsport, Streichung der finanziellen Mittel, Wegbrechen der Sponsoren).